diptyque feiert 60. Geburtstag

Aktualisiert: 25. Okt. 2021

Le Grand Tour

“Neugierig, offen, empfänglich für Schönheit und die unterschiedlichen Kulturen der Welt”. Mit dieser Philosophie befasst sich diptyque seit Entstehung im Jahre 1961 und dies sind auch die charakteristischen Eigenschaften jener drei Ästheten, Desmond Knox-Leet, Yves Coueslant und Christiane Montadre, die die Marke diptyque ins Leben gerufen haben.

Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums feiert diptyque in der Ausstellung „Voyages Immobiles – Le Grand Tour“ (Bewegungslose Reisen – Die große Tour) das, was sie seit ihrer Gründung formt: ihre Begeisterung für fremde Länder, Kunst und Parfum.

Unterstützt wird diese Ausstellung durch fünf international bekannte Künstler, die speziell für das Jubiläum Originalkreationen erstellt haben, welche die Philosophie des Gründertrios einfangen sollen.



Joël Andrianomearisoa

mit "Un temps après la jeunesse" (Eine Zeit nach der Jugend)


Als Hommage an Paris, Startpunkt von der Grand Tour und Wiege der Maison, hat diptyque den renommierten madagassischen Künstler Joël Andrianomearisoa eingeladen, der 2019 als erster Künstler seines Landes auf der Biennale in Venedig vertreten war. Er hat die französische Hauptstadt aufgrund ihrer Atmosphäre und ihres Flairs zur „Stadt seines Herzens“ erwählt. „Paris ist nicht nur ein Kraftfeld für Frankreich, sondern für die ganze Welt. Die Stadt unterhält einen ständigen Dialog mit allen Teilen unseres Planeten. Paris liebt man, weil man sowohl die Umgebung als auch die Architektur und die Kultur liebt. Die französische Hauptstadt steht für Romantik und Ästhetik, sie ist ein nahezu perfektes ästhetisches Element“, vertraut uns der Künstler an. Sein „Un temps apres la jeunesse“ (Eine Zeit nach der Jugend) benanntes Projekt ist nicht nur eine Hommage an das literarische Paris, sondern auch an die Vergangenheit und Zukunft von diptyque. „Der Titel war naheliegend, weil ein 60. Geburtstag einen hohen Symbolwert besitzt. 60 Jahre alt zu werden heißt, dass man bereits viel Geschichte geschrieben hat, aber doch noch zahlreiche Kapitel vor sich hat. Das Projekt wirft sowohl die Frage auf, wie man die Jugend neu positioniert, als auch, wie sich diptyque die Zukunft vorstellt.“ Joël Andrianomearisoa Entwurf präsentiert sich als „Erzählung, die Gegenwart, Projektion und Melancholie miteinander verwebt“, gedruckt auf 34 Schildern in einer schwarzen Box „gleich einem Monolithen, der Paris wie einen Roman darstellt, denn Paris ist ein Roman.“ Die 34 als Anspielung auf den Boulevard Saint-Germain Nr. 34, der historischen Adresse von diptyque, ebenso wie auf die Anzahl der nummerierten Exemplare dieser außergewöhnlichen Edition, parfümiert mit einer Technik, bei der das Papier mit dem von Olivia Giacobetti für diese Destination komponierten Duft imprägniert wurde: der Geruch des gewachsten Holzes in den Antiquitätengeschäften, der Pflastersteine in den Straßen und der Seiten in alten Büchern, kombiniert mit einer rauchigen Note, die an Tabakrauch und die Kaminfeuer der Stadt erinnert. „Für mich lässt sich Paris nur in einem komplexen Duft einfangen“, fährt Joël Andrianomearisoa fort. „Paris ist ein Puzzle aus Übereinstimmungen und Unstimmigkeiten. Paris ist ein Paradoxon, denn die Stadt zeigt sich mal ruhig und gelassen, dann wieder laut und aggressiv. Der Duft enthält eine Art lärmende Facette. Er hat etwas deutlich Urbanes an sich. Öffnet man den Monolithen, wird der Duft freigesetzt. Er ist materielos, nicht greifbar und erzählt doch eine Geschichte, untermalt von den Schriften, die Emotionen und Erinnerungen wecken, die eine Projektion auslösen. “
























































Johan Creten

mit "La Laguna" (Die Lagune)


Der zweite Künstler ist einer der berühmtesten zeitgenössischen Bildhauer, ein Pionier in seiner innovativen Verwendung von Keramik und der erste Künstler belgischer Herkunft, der 2005 vom Louvre-Museum geehrt wurde: Johan Creten. Die Wahl, ihn mit dem Etappenziel Venedig zu betrauen, einer Lieblingsstadt der diptyque-Gründer, lag auf der Hand. Der in Paris lebende Künstler ist auch für seine großformatigen allegorischen Bronzen bekannt und ein großer Liebhaber der Natur, der Parfumkunst und venezianischer Bronzen, die er mit Leidenschaft sammelt. „Venedig ist eine Stadt, die alle Arten von Fantasien weckt, eine Fata Morgana, ein Phantom, eine Sirene, eine Stadt von brutaler und lebendiger Schönheit, dekadent und im Delirium. Sie ist eine Schnittstelle vielfältiger künstlerischer Einflüsse, aber auch eine dichte und komplexe Welt der Wirtschaft, der Dynamik und des Niedergangs.“ Für diptyque entwarf er die Bronzefigurine La Laguna (Die Lagune), eingelassen in eine 1,5kg schwere vierdochtige Kerze in einem blau getönten Glas. Ihr durchscheinendes blaugrünes Wachs umhüllt diese weibliche Ikone und spielt auf das bedrohliche venezianische „Aqua alta“ an, das seit kurzem wieder glasklar ist. Beim Abbrennen verströmt die Kerze den von Cécile Matton kreierten Duft nach frischem Gemüse und maritimen Noten und legt schrittweise die kleine Skulptur in ihrem Inneren frei. Zur ursprünglichen Duftidee eines venezianischen Gemüsegartens wollte der Künstler „einen Hauch Meeresluft, eine Prise Jod, einen leichten, undefinierbaren Geruch, frisch wie der Wind, der über das Wasser schwebt, wenn man mit dem Vaporetto an Torcello vorbeifährt und die Aromen aus den Küchen und Gärten riecht“. La Laguna (Die Lagune) scheint langsam aus den Fluten aufzusteigen und symbolisiert für den Künstler „den Lauf der Zeit, die Fragilität dieses Ökosystems, das ewige Mysterium“. Eine „memento mori“-Kerze par excellence, die nach ihrer Verwendung eine materielle Spur ihrer Vergänglichkeit zurücklässt: eine limitierte Auflage in 24 Exemplaren, die die Zeit überdauern. „Ein kleines Objekt mit einem eigenständigen „Leben“, das zum Träumen und zum Nachdenken anregt.“

























































ZOË PAUL

mit "The Cave of Chiron" (Die Höhle des Chiron)


Um Griechenland, eines der Lieblingsreiseziele und essentielle Inspirationsquelle für die Gründer des Hauses, zu symbolisieren, wandte sich diptyque an die südafrikanische Malerin und Bildhauerin Zoë Paul. Die in London geborene und in Athen lebende Künstlerin hat eine enge Beziehung zu Griechenland und dessen Geschichte und Kunst, was sich in ihrer Verwendung von antiken Materialien und Formen widerspiegelt. Für diptyque reiste sie eigens nach Milies, dem dritten Ziel der Grand Tour. „Was mich am meisten beeindruckt hat, war die tiefe Spiritualität des Ortes. Die Kirche auf dem Dorfplatz gleicht einer riesigen Steinscheune mit einem Schieferdach im Stil der regionalen osmanischen Architektur. Im Inneren duftet es nach Weihrauch-goldene Flachreliefs und mythologische Szenen zieren die Wände, im flackernden Licht glitzern kunstvolle Ikonen. In der Mythologie ist Milies der Ort des Zentauren Chiron, der ein Heiler war und Kräutermedizin praktizierte. Durch Zufall gelangte ich auf der Dorfstraße in die Grotte des Chiron. Lorbeerbüsche umstanden ihren Eingang, dazwischen kleine lilafarbene Iris. Innen herrschte eine überraschend düstere Atmosphäre.“ Der Ort inspirierte sie zu ihrer exklusiven, auf 15 Stück limitierten Edition: ein kleiner Vorhang aus Keramikperlen - ihrem Markenzeichen -, gebrannt in der traditionellen japanischen Raku-Technik, die jeder Perle eine andere Farbe verleiht und ein Relief erzeugt, alles überragt von einer Krone aus Zinn. „Ich wollte ein typisch griechischorthodoxes Element einbringen und bat einen Reliquienmacher vom Berg Athos um einen Entwurf.“ Die Perlen des Vorhangs formen eine Hand, ein Verweis auf Chiron und das heilige Symbol, das für Fürsorge, Liebe und Kunst steht. Für die Künstlerin ist dies „ein Teil des Körpers, der mich besonders anzieht: die Hand, die Werkzeuge herstellt, die heilt, die andere berührt. Eigentlich ein Sinnesorgan.“ The Cave of Chiron (Die Höhle des Chiron) kann aufgehängt oder hingestellt werden. Darin verbirgt sich ein Keramikschälchen mit einem Duftoval, das die ebenso frischen wie warmen Aromen des hochgelegenen griechischen Ortes verströmt: Zypressen, Feigenbäume und Immortellen, komponiert von Olivier Pescheux. Für Zoë Paul ist „Parfüm ein direkter Auslöser von Erinnerungen, und kann uns in seiner Vergänglichkeit an zutiefst persönliche Orte projizieren, voller Sinnlichkeit und Inspiration. Es sublimiert die Schönheit und Wildheit der Natur und erschließt uns Orte, die tief in unserem Unterbewusstsein verborgen sind. “






















































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